ungestelltes Hochzeitsfoto von Braut und Bräutigam auf einer Wiese | Foto: Hanna Witte

Grundlose Sorge um die Hochzeitsfotos

So gefällst du dir auf deinen Bildern

27/10/2020

Wenn es um die Hochzeitsfotos geht, höre ich bei 90 Prozent aller Vorgespräche: „Ich mag mich nicht auf Bildern – wie soll das denn dann erst bei den Hochzeitsfotos werden?“. An dieser Stelle kann ich wirklich alle Hochzeitspaare beruhigen: Es ist vollkommen normal sich komisch zu fühlen, so geht es jedem Paar! Ach ja, oft höre ich auch den Satz „deine Hochzeitspaare sind ja alles Models“. Das stimmt absolut gar nicht. Ich habe noch nie ein professionelles Model als Braut gehabt. Tatsache ist, dass es das Zeichen eines guten Hochzeitsfotografen ist, euch in all eurer natürlichen Schönheit einzufangen, sodass ihr euch nicht nur auf Fotos neu entdeckt, sondern euch auch auf den Fotos schön findet.

romantisches Paarfoto im Grünen | Foto: Hanna Witte

Meine zwei Zauberformeln als Tipps für schöne Hochzeitsfotos

Ich habe hier zwei Zauberformeln bzw. Tipps. Die erste ist, dass ihr einfach akzeptieren müsst, dass ihr den ganzen Tag lang fotografiert werdet. Sobald ihr das akzeptiert habt, lösen sich eure Anspannungen auf und ihr fühlt euch auch wohler vor der Kamera. Das passiert meistens irgendwann ganz natürlich, weil ihr euren ganz besonderen Tag in vollen Zügen genießt. Die zweite Zauberformel ist „Zeit“. Bei einer Hochzeit, bei der der Fotograf 8-12 Stunden vor Ort ist, schafft es wirklich niemand, dauerhaft sein „Fotogesicht“ aufzusetzen. Wenn Menschen fotografiert werden, verändern sie ganz automatisch ihren Ausdruck, aber an eurem Hochzeitstag ist so viel Anderes um euch herum los, dass ihr irgendwann einfach loslasst und keine Zeit (und Lust) mehr habt, euch auf euer Fotogesicht zu konzentrieren. Als gutes Warm-up sehe ich da immer die Zeit, wenn ich das Getting ready von Braut und Bräutigam fotografiere. Nach einer halben Stunde haben alle die Hochzeitsfotografin im Raum vergessen und der Gesichtsausdruck entspannt sich.

lustiges Brautportrait vor einer auffälligen Mustertapete | Foto: Hanna Witte

Foto-Shooting vor der Hochzeit baut Stress ab

Wenn ihr trotzdem noch auf Nummer sicher gehen möchtet, kann ich euch als Tipp ein Pärchen-Shooting vorab empfehlen. So eliminiert ihr das Gefühl, dass euch Hochzeitsfotos auf eurer Hochzeit potenziell stressen könnten. Beim Pärchen-Shooting trefft ihr euch vorab mit eurem Hochzeitsfotografen für ein Kennenlern-Foto-Shooting. Solche Bilder eignen sich zum Beispiel auch toll für Save the date-Karten. In dem Foto-Shooting werdet ihr die oben beschriebenen Effekte direkt live erleben und auch euren Hochzeitsfotografen schon einmal besser kennenlernen. Dann ist am Hochzeitstag nichts mehr neu und ihr könnt euch voll auf eure Hochzeit einlassen. Ein weiterer Vorteil des Pärchen-Shootings ist außerdem, dass ihr auch schon erste Fotos erhaltet, auf denen ihr entdecken werdet, dass ihr auf den Fotos toll ausseht! Das entspannt euch im Weiteren auch noch einmal enorm.

natürliches Paarfoto von Braut und Bräutigam in der Stadt | Foto: Hanna Witte

Paar-Shooting am Hochzeitstag: Sagt, womit ihr euch wohlfühlt

Ich mache es immer so, dass ich beim Paar-Shooting am Hochzeitstag am Anfang erst einmal gar nicht viel sage, sondern nur beobachte und die Hochzeitspaare erst einmal ganz natürlich die Posen finden lasse, in denen sie sich wohlfühlen. Denn nicht jede Pose passt zu jedem Menschen und jeder Körperhaltung. Dann mache ich ihnen Vorschläge für Hochzeitsfoto-Posen, die wir gemeinsam einfach ausprobieren. Mein Tipp an alle Brautpaare ist: Sagt eurem Hochzeitsfotografen einfach, in welchen Posen ihr euch wohlfühlt. Hört auf euer Bauchgefühl! Habt den Mut auch zu äußern, wenn euch Posen nicht zusagen – schließlich sind es eure Hochzeitsfotos. Ihr werdet euch sonst beim Anschauen der Fotos immer daran erinnern, dass ihr euch in der Pose nicht so wohlgefühlt habt. Von daher: Sagt immer gleich, wie ihr euch dabei fühlt – dann habt ihr am Ende Hochzeitsfotos, auf welchen ihr euch gerne anschaut!